schwangere Frau

 1. Ursachen für Inkontinenz in der Schwangerschaft

Dass es zu vorübergehender Inkontinenz kommen kann, hat mehrere Gründe:

Schon in der Frühschwangerschaft sorgen die Hormone Östrogen und Progesteron dafür, dass Muskeln und Bänder dehnbarer und weicher werden. Davon ist natürlich auch der Beckenboden betroffen. Dieser spannt sich wie eine Hängematte vom Schambein bis zu den Sitzhöckern, stützt die Organe und unterstützt normalerweise aktiv den Schließmechanismus der Blase.

Hinzu kommt, dass wegen der besseren Durchblutung der Nieren die Harnmenge steigt. Im Laufe der Schwangerschaft entsteht durch die größer und vor allem schwerer werdende Gebärmutter immer mehr Druck auf den Beckenboden. Und auch der Schließmuskel der Blase selbst wird nachgiebiger.

Frauen haben mit fortschreitender Schwangerschaft auch oft mit Verstopfung zu kämpfen (dazu kommen wir noch ;)).  Das Pressen auf der Toilette belastet ebenso den Beckenboden und verstärkt die Blasenprobleme zusätzlich. Auch kann körperliche Inaktivität während der Schwangerschaft Inkontinenz begünstigen.

 

Aber es gibt auch Faktoren, die schon vor der Schwangerschaft dein persönliches Inkontinenz-Risiko erhöhen können:

Starkes Rauchen, Übergewicht und Frauen, die generell zu einer Bindegewebsschwäche neigen, sind häufiger von Inkontinenz in der Schwangerschaft betroffen, als andere. (Dr. Odenthal, Ärztenetzwerks Uro-GmbH.)

Hattest du zudem bereits in einer vorangegangenen Schwangerschaft Probleme mit einer Blasenschwäche, verschlimmert sich diese Situation meistens in folgenden Schwangerschaften, wenn du nichts dagegen tust. Vor allem, wenn du beim letzten Mal deine Rückbildungsübungen etwas vernachlässigt hast.

 

Und was kann ich jetzt dagegen machen ?

Auch wenn du die Blasenschwäche vielleicht nicht komplett vermeiden kannst, kann sie sich mit den richtigen Methoden deutlich bessern, bzw. wird im Alltag handelbar. Hier habe ich einige Tipps für dich zusammengestellt:

    • Beckenbodengymnastik
      Das beste Mittel gegen Inkontinenz in der Schwangerschaft ist Beckenbodengymnastik. Es gibt hierzu viele Anleitungen und Videos im Internet, spezielle Schwangerschaftsyogakurse, Aquafitkurse usw. Da die Präsenskurse (z.B. Wassergymnastik für Schwangere) oft schon lange im Voraus ausgebucht sind,(besonders zu späteren Zeiten, falls du noch nicht im Mutterschutz bist) empfehle ich dir, dich sehr früh dafür anzumelden. Beckenbodentraining speziell für Schwangere hilft auch, einer Inkontinenz nach der Geburt vorzubeugen. Solche Übungen sind Teil vieler Geburtsvorbereitungskurse.
    • Bewegung
    • Auch wenn du kein Sport-Fan bist, Spaziergänge stärken den Beckenboden ebenfalls und verbessern die Körperhaltung.

    • Über den Arm husten/niesen
      Wenn du erkältet bist oder eine Allergie hast, schwächen häufiges Husten oder Niesen den Beckenboden recht schnell und Urin geht besonders leicht ab, da sich der Bauch jedes Mal kurz anspannt. Hier kannst du durch Husten oder Niesen über den Arm vorbeugen, da nur deine seitlichen Bauchmuskeln belastet werden und der Beckenboden nicht arbeiten muss.
    • Slipeinlagen oder Binden benutzen
      Damit du nicht ständig dein Höschen wechseln musst, denke über Slipeinlagen oder Binden nach. Es gibt dir Sicherheit im Alltag und du brauchst keine Angst davor zu haben, mit deinen Freunden richtig loszulachen.
    • Vor dem Belasten anspannen
      Wann immer du den Bauch beim Heben, Husten etc. belastest, spürt das auch dein Beckenboden. Wenn du ihn kurz vorher bewusst fest machst, wirst du merken, dass auch die Blase besser dicht hält.
    • Nässeschutz für die Matratze
      Manche Frauen haben vor allem nachts Probleme, wenn sich die Blase langsam füllt, ohne dass sie es merken. Kommt dann noch Husten dazu, bekommt oft auch die Matratze etwas ab. Hier helfen Nässeschutzauflagen.
    • Verstopfung vermeiden
      Wenn du dir jetzt denkst– dann trinke ich einfach weniger, wäre dies keine so gute Idee. Zum einen brauchen du und dein Baby in der Schwangerschaft besonders viel Flüssigkeit, damit der Kreislauf stabil läuft. Und zum anderen kommt es durch Flüssigkeitsmangel zur Verstopfung. Das starke Pressen auf der Toilette schwächt wiederum den Beckenboden enorm.
    • Sprich mit deiner Hebamme, Frauenärztin oder anderen Frauen, die Mamas sind und mit denen ein solches Gespräch nicht unangenehm für dich ist.
      Vielleicht ergeben sich aus diesem Austausch weitere Tipps für dich und du kannst das Thema mit jemandem teilen.

     

l 2. Ursachen für Verstopfung in der Schwangerschaft

Eine Verstopfung in der Schwangerschaft kann durch mehrere Faktoren bedingt sein: Das Hormon Progesteron, welches während der Schwangerschaft in hohen Mengen ausgeschüttet wird, entspannt zum einen deine Gebärmutter – wirkt aber gleichzeitig beruhigend und verlangsamend auf die Darmmuskulatur.

Häufig schränken werdende Mamas zudem ihre körperliche Aktivität ein, was die Darmtätigkeit zusätzlich verlangsamt. Wird dann noch zu wenig getrunken, kann der Darminhalt zu trocken werden und die Darmentleerung um so beschwerlicher machen. Außerdem wächst die Gebärmutter stetig, übt Druck auf den Verdauungsapparat aus und behindert die Darmtätigkeit. Faktoren wie zunehmende Größe von Uterus und Kind sind der Grund, warum die Verstopfung mit fortschreitender Schwangerschaft oft zunimmt. So verlängert sich Untersuchungen zufolge die Transitzeit (Zeit, in welcher der Nahrungsbrei durch den Magen-Darm-Trakt wandert) im Laufe der neun Monate teilweise erheblich. Hier erhälst Du eine professionelle Ernährungsberatung, um einer Verstopfung vorzubeugen und Dir zu erleichtern.

Oft wird schwangeren Frauen die Einnahme von Eisenpräparaten empfohlen, diese begünstigen die Verstopfung ebenfalls. Auch kann dein mentaler Zustand eine weitere Ursache sein: Stress, Ängste oder depressive Phasen können als Faktoren zu einer Verstopfung beitragen.

Und was kann ich jetzt dagegen machen?

  • Genug Trinken, mindestens 2 Liter Wasser täglich.
  • Bewege dich regelmäßig, mit sanften Sportarten, wie Gehen, Schwimmen und Yoga, finde etwas, dass dir über einen längeren Zeitraum Spaß macht.
  • Achte auf eine ballaststoffreiche und wasserhaltige Ernährung
    Je unverarbeiteter und natürlicher die Lebensmittel sind, die du zu dir nimmst, um so bessser. Eine frische und vielfältige Obst-und Gemüseauswahl hilft dir nicht nur durch ihren hohen Wassergehalt, sondern auch durch den natürlichen Verbund der vielen Faserstoffe und Mineralien.  Zusätzlich zum Frühstück einen Esslöffel Leinsamen (immer mit genügend Flüssigkeit konsumieren), Trockenfrüchte als Snack (Datteln, Feigen, Aprikosen) oder die Wahl von Vollkornprodukten können schon einen großen Unterschied für deinen Toilettenbesuch machen.
  • Versuche blähende und schwer verdauliche Produkte seltender zu essen
    Die meisten hochverarbeiteten Produkte (frittiertte, stark zuckerhaltige und fettige Speisen, sowie klassische Backwaren aus Weißmehl) erschweren deinem Darm die Arbeit enorm. Die Transitzeit für Fleisch ist auch ohne Schwangerschaft schon recht lang, als Beispiel benötigt der Körper ca. 8-9 Stunden, um ein Schnitzel mit Pommes vollständig zu verdauen.
  • Achte auf die Reihenfolge der Lebensmittel
    Je wasserhaltiger ein Lebensmittel ist, desto früher zu Beginn der Mahlzeit sollte es gegessen werden. Das hängt wieder mit der Verdauungszeit im Körper zusammen. Obst z.B. benötigt meist nur 30 Minuten, hoch verarbeitete Produkte, fettige Speisen oder Fleisch meist mehrere Stunden.  Ein Durcheinander essen oder der klassische Nachtisch mit Obstsalat führen dazu, dass der darunterliegende Nahrungsbrei im Magen noch nicht verdaut ist. Dann fängt die schneller verdauliche Nahrung darüber an zu gären, was zu starken Bauchschmerzen, Krämpfen und eben wieder Verstopfung führen kann.
  • Die Einnahme von Magnesium kann eine beschleunigende Wirkung auf die Darmtätigkeit ausüben. Besprich dies mit deinem Arzt oder Heilpraktiker, da sich Magnesium-und Eisenpräparate bei gleichzeitiger Einnahme beeinflussen können.

     

    Aber wenn du dir mal eine Pizza gönnst, dann genieße sie auch ohne schlechtes Gewissen! Dein Baby spürt, ob du ausgeglichen bist und es dir gut geht 🙂

     

    Sollten die oben genannten Strategien dir noch nicht so richtig beim Toilettengang weiterhelfen, kannst du Folgendes versuchen:

    • Besorge dir einen Toilettenhocker, auf den du deine Beine stellst, wenn du auf der Toilette sitzt. Dadurch wird dein Rücken gerade und du sitzt wie in einer tiefen Hocke. Das entspricht nicht nur unserer eigentlich natürlichen „Geschäftshaltung“, sondern erleichtert auch vielen Menschen den Stuhlgang.
    • Mache einen Einlauf
      Auch wenn du diesen Gedanken bislang vielleicht noch eklig oder unangenehm findest, kann ich dir wirklich sehr ans Herz legen, dich einmal an dieses Thema heranzutasten. Es geht hierbei nicht darum, sich ständig einen Einlauf zu machen, sondern um eine Notfallhilfe, wenn es mal ganz akut ist. Nichts verschafft dir eine so schnelle Besserung und Erleichterung, wie ein Einlauf, den du privat und ungestört in deinen 4 Wänden machst. Du findest zu diesem Thema sehr viele Anleitungen und Erklärvideos im Internet.

    Um dir das Thema Einlauf etwas näher zu bringen, habe ich hier mal ein paar Informationen für dich zusammengestellt:

    • Zu Zeiten Molières und des Sonnenkönigs (17.Jh.) war die Gabe eines Einlaufs eine Selbstverständlichkeit und wurde als Allheilmittel von Leibärzten verordnet.
    • Der Einlauf wurde in Europa lange Zeit zum täglichen Gesundheits-Zeremoniell. Die Ärzte schrieben das Rezept aus, die Apotheker stellten die Einlaufflüssigkeit her und übernahmen auch die Applikation. Dazu kamen die Patienten in die Apotheke oder die Apotheker führten Hausbesuche durch.
    • Der klassische Einlauf für Zuhause erfolgt aus einem Behälter (Irrigator), der erhöht steht oder aufgehängt wird.

    Da nur das letzte Dickdarmstück gespült wird, ist bei einem sinnvollen Gebrauch und einer gesunden Darmflora nach Meinung vieler Heilpraktiker und Alternativmedizinern nicht von Nebenwirkungen auszugehen, denn im übrigen Dickdarm finden sich viele Milliarden Bakterien, die sich sofort wieder vermehren und im gesamten Dickdarm ausbreiten. Ob sehr häufige Einläufe einen Einfluss auf das Mikrobiom im Darm haben, wird bislang diskutiert.

    3. Ursachen für Hämorrhoidenleiden während der Schwangerschaft und nach der Geburt

    Am häufigsten treten die Probleme mit Hämorrhoiden im letzten Drittel der Schwangerschaft auf, begünstigt durch verschiedene Umstände: Das Hormon Progesteron sorgt dafür, dass sich Gewebe, Gefäße, Beckenboden und Muskulatur lockern und weicher werden, um Platz für Dein wachsendes Baby zu schaffen. Davon sind auch die Gefäßpolster im After betroffen und treten dadurch leichter hervor.

    Zusätzlich sorgt Deine stetig größer werdende Gebärmutter für Druck auf das Hämorrhodialpolster. Infolge fließt das Blut in diesem Bereich schlechter ab und staut sich unter Umständen. Häufig sind Schwangere außerdem von Verstopfung (siehe Punkt 2)betroffen. Das dadurch hervorgerufene stärkere Pressen beim Stuhlgang sorgt für Druck auf die Blutgefäße und begünstigt Hämorrhoidenprobleme.

    Auch wenn Du während der Schwangerschaft nicht unter Hämorrhoiden leidest, kann es sein, dass sie durch das Pressen unter der Geburt anschließend auftreten. Auch Faktoren wie Alter und der Anzahl der Schwangerschaften genetische Veranlagung für Bindegewebsschwäche und Übergewicht begünstigt die Entstehung von Hämorrhoiden.

     

    Und was kann ich jetzt dagegen machen?

    Wenn Du unter Hämorrhoidenproblemen leidest, kannst Du Dich jederzeit an Deine Hebamme oder an Deine Frauenärztin wenden, ohne dass Dir das peinlich sein muss. Sie weiß, wie viele Frauen während Schwangerschaft und Wochenbett mit diesen Beschwerden zu tun haben und kann am besten einschätzen, welche Behandlung für Dich am sinnvollsten ist. Zusätzlich gibt es einiges, was Du zur Vorbeugung, Behandlung und Linderung von Hämorrhoidenleiden tun kannst:

    1. Verstopfung vermeiden

    Während der Schwangerschaft ist die Verdauung meist langsamer und es kann sein, dass Du unter Verstopfung leidest. Das führt häufig zum Pressen beim Toilettengang und begünstigt so Probleme mit den Hämorrhoiden. Wie Du Dir bei Verstopfung selbst helfen kannst, haben wir bereits ausführlich unter Punkt 2. besprochen.

    2. Entspannung auf der Toilette

    Um die Gefäßpolster in Deinem Darm nicht zusätzlich zu beanspruchen, gilt es, Pressen
    beim Stuhlgang möglichst zu vermeiden und idealerweise nur den Beckenboden lockerzulassen. Dabei ist es hilfreich, Dir die nötige Zeit zu nehmen und möglichst gehockt zu sitzen. Ein nützliches Hilfsmittel dafür ist ein niedriger Hocker oder auch zwei dicke Bücher, auf die Du Deine Füße stellst, während Du auf der Toilette sitzt. Außerdem erleichterst Du Dir den Toilettengang, indem Du vorher Fettcreme (oder Kokosöl) auf den Bereich rund um den After gibst.

    3. Beckenbodentraining

    Auch dieses Thema hatten wir schon. Das Muskelgeflecht des Beckenbodens umschließt neben Gebärmutter und Blase auch Deinen Enddarm. Mit Beckenbodentraining stärkst Du die Muskulatur, die während der Schwangerschaft und der Geburt besonders gefordert ist.

    4. Auf Hygiene achten

    Spüle nach dem Stuhlgang Deinen Intimbereich mit lauwarmem Wasser (z.B. mit einer Podusche) und tupfe ihn vorsichtig trocken, um Reizungen und Entzündungen zu vermeiden.

    5. Sitzbäder

    Zusätzlich haben regelmäßige Sitzbäder eine lindernde Wirkung. Verwende dazu am besten einen gerbstoffhaltigen Badezusatz, zum Beispiel ein Eichenrindenextrakt aus der Apotheke. Dieser wirkt entzündungshemmend und juckreizstillend und sorgt dafür, dass sich die Gefäße zusammenziehen. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein, da extreme Wärme die Gefäße wieder stärker durchbluten würde. Das lauwarme Sitzbad kannst Du täglich für zehn bis fünfzehn Minuten machen. Wenn Du noch frische Geburtsverletzungen hast, sprich jedoch vorher mit Deiner Hebamme, um sicherzustellen, dass die Wunde nicht zu sehr aufweicht.

    6. Mit Cremes oder Zäpfchen behandeln

    Bei äußeren Hämorrhoiden kommt es gerade bei Bewegung häufig zu Reibungsschmerz. Das unangenehme Gefühl lässt sich durch fetthaltige Salben mindern. Meist enthalten spezielle Hämorrhoidensalben, die Du in der Apotheke erhältst, Hamamelis,
    Eichenrinde, Zaubernuss oder Borretsch. Die natürlichen Wirkstoffe wirken entzündungshemmend, lindern den Juckreiz und unterstützen die Wundheilung. Einen
    zusätzlich kühlenden Effekt erzielst Du, indem Du die Creme im Kühlschrank lagerst.

    nicole-thiel

    Hallo ich bin Nicole,

    Ernährungscoach, Mama und Foodloverin. Auf diesem Blog geht es um die Themen Gesundheit, leckeres Essen und Schwangerschaft. Ich möchte meine Leidenschaft für gesunde Lebensmittel und den Zugang zur Selbstwirksamkeit mit Dir teilen und Dich dazu inspirieren, ein Maximum an Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude zu erlangen.

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